TWO AND A HALF DOG

Hallo Nico, bekannterweise heißt so nicht jeder Hund. Aber ist euch schon mal aufgefallen, dass es in vielen Tierfilmen und -serien mindestens einen Charly gibt? Auch ich bin nach einer Serienfigur benannt, obwohl Frauchen immer einen Eddie wollte. Das lief ungefähr so ab.

Anruf Züchter, ihr könnt jetzt doch einen anderen Welpen haben, sofort zugesagt. Wie soll er denn heißen, es ist der C-Wurf? Frauchen völlig überrumpelt, Ceddie würde blöd klingen. Herrchen schaut gerade fern und ruft aus dem Hintergrund Charly. So kam ich zu meinem Namen.

Die Option mich umzutaufen hat Frauchen schnell wieder verworfen. Sollen sie auch froh sein, dass ich ab und zu mal auf meinen Namen höre und zudem trifft er sehr gut auf mich zu. Charly ist nämlich die Ableitung von Karl, Karl dem Großen, passender geht nicht.

MÖHRENFREITAG RELOADED

Hallo Nico, ich wusste, die Sache hatte einen Haken und nun ereilt mich das gleiche Schicksal wie dir. Nach erfolgreicher OP und einigen Wochen der Umstellung stellen sich die ersten Veränderungen meines kleinen Körpers ein.
Ich habe Hunger, großen und das im falschen Verhältnis zu meiner Größe, sagt Frauchen. Und da ist er wieder, der Möhrenfreitag. Jetzt darf ich mich durch sämtliche Varianten des roten Gemüses testen, obwohl mir die mit Fleisch lieber wäre. Mein Trockenfutter wird abgewogen und ist nach fünf Minuten schon aufgebraucht. Das ist das harte Leid eines Kastrierten, in der Hoffnung, dass ich nicht der Einzige bin.

„NIE WIEDER GETEILT“

„Nie wieder geteilt“

Hallo Nico, anders als du, wurde ich im Westen geboren, in den Osten importiert um anschließend wieder in den „Westen zu ziehen. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Komplizierter war es wohl nur im ganzen Land. Während mich heute höchstens ein kleiner Zaun von Nachbars Katze trennt, gab es früher eine ganze Mauer. Herrchen kann sich daran noch ganz gut erinnern, Frauchen nur an wenige Momente. Auf einer unserer Wanderungen wollte ich mir das selbst ansehen, jedoch weisen  „nur“ noch wenige Infotafeln auf diese Geschehnisse hin.
Aber egal, ob rot, schwarz, drahtig, kurz- oder langhaarig, am Ende sind wir doch alle Hunde. Die einen mehr, die anderen mit weniger Charakter.

3. Oktober

TILLANDSIEN WAS?

Hallo Nico, es war mal wieder so weit und Frauchen kramte eines ihrer tausend Hobbys (!) heraus. Erfahrungsgemäß endet das immer mit einem unbenutzbaren Esstisch, herumliegenden Kleinteilen und ein grummelndes Frauchen, weil Internetfoto und Realität so weit auseinander liegen, wie Gehorsamkeit und Dackel. Dieses Mal handelte es sich um eine, laut virtueller Enzyklopädie unkaputtbare Pflanze, daran zweifle ich jedoch bei Frauchen.
Da wir nun in Meeresnähe wohnen, liegt maritime Deko nahe, dazu brauchte es diese Pflanze, die genauso komisch aussieht, wie sie heißt. Das musste ich mir genauer ansehen und vor allen probieren. Das fand nach Frauchens genervten Blick keine große Begeisterung.
Aber nach dem Bastelversuch bleibt mir immer noch das fertige Ergebnis und das steht auf Dackelhöhe…

Tilandsien

CHARLY SCHWARZENDACKEL

Hallo, Nico, da ich schon sämtliche Plüschtiere vernichtet habe, herrscht hier ein Stofftierverbot und ich bekomme keinen Nachschub. Langeweile und Kreativität machen erfinderisch, dass habe ich mir bei Frauchen abgeschaut. Diese war mal wieder in er neuen Wohnung beschäftigt, mit Leistenkleben, zur Fixierung benutze sie ihre Trainingshanteln. Da diese Hanteln bisher noch nie in ihrer eigentlichen Funktion tätig waren, würde ihre Abwesenheit auch niemanden stören. Stark, wie ich bin, hatte ich sie als Plüschtierersatz auserkoren.
Ich rumpelte durch den Flur, ungewöhnliche Geräusche durch mich sind meinen Wurstverdienern bereits bekannt und werden keiner Aufmerksamkeit geschenkt. Leider stellten sich diese schweren Dinger als schlechter Ersatz heraus. Nur Frauchen fand meine Aktion nicht allzu toll, sodass ich als Alternative einen Stoffdackel erhielt. Die schwere Schlepperei hatte sich somit gelohnt und ich bewiesen, was für ein starker kleiner Kerl ich bin.

Hanteln

WO EINE KAMERA IST, IST AUCH EIN CHARLY

Hallo, Nico, ich habe mir erzählen lassen, dass du ein Artgenosse bist, der sich nicht gern fotografieren lässt. Und nun, lernt vom Besten.
Besuch in der alten Heimat, neue Kamera von Frauchens Eltern und ein genervter Zweitdackel. Diese Kombi ist nicht gut ... für die anderen. Frauchen ran an die Kamera, 100 Bilder in 20 min, Lieblingsmotiv: der Zweitdackel, wenn möglich in Bewegung; tausend Schlafpositionen gibt es schon. „Jogi hier, Jogi da, eine schwierige Angelegenheit bei einem leckerliresistenten Hund. Dann war er da, der perfekte Augenblick, Objektiv eingestellt, toller Lichteinfall, aufmerksamer Dackel. Wäre da nicht dieser EINE, der sich genau in diesem Moment ins Bild drängelt … und alles zunichtemacht. Ich wollte nur zeigen, wie man mit dem richtigen Motiv, das richtige Foto macht. Leider fanden das alle andere nicht so toll, jetzt gibt es eine eigene neue Kamera und ich darf weiter nur für Frauchen posieren.

Kamera

DANKE!

Hallo Nico, in diesen Tagen stehen wir alle ein wenig enger zusammen. Nach jahrelangem „ich-müsste-mal“, ergab es jetzt der Zufall, dass daraus ein „wir-machen-endlich“ wurde. Ich bin ein Dackel, dem es an nichts fehlt, außer ein wenig mehr Verständnis vielleicht. Decken, Körbchen, Futter und liebe Wurstverdiener habe ich im Überfluss. Letzteres kann ich zwecks meines Überlebens nicht hergeben, aber von allem anderen kann ich etwas entbehren. Das fachgerechte Packen für das Tierheim überwachte ich persönlich, den Botengang zur Post überließ ich Frauchen.
Wir senden ganz liebe Grüße mit auf den Weg, an all die, die sich zu jeder Zeit um uns Tiere kümmern. Macht weiter so!!!

Tierheim

 

WO IST EIN GEORGE CLOONEY, WENN MAN IHN BRAUCHT?

Hallo Nico, es gab diesen einen Tag, an dem mich mein Übermut zu Fall brachte.
Trotz Verbote meiner Wurstverdiener nehme ich gern den kurzen direkten Weg auf die Couch, wer braucht schon eine Hundetreppe!? Die Rechnung bekam ich sofort. Ein Ziehen und große Schmerzen in der linken Vorderpfote beendeten meinen Schlaf und Wurstverdieners Fernsehabend. Ich konnte weder stehen noch laufen und machte das auch lautstark sichtbar. Zu allem Übel wählte ich für meine schmerzliche Lage den Sonntag, kurz vor Mitternacht.
Frauchen telefonierte vergebens einige Tierkliniken im Umkreis ab, sie hätte sogar die 35 Kilometer in die Landeshauptstadt für mich in Kauf genommen, meine Heldin.
Aber am Telefon wurde ich nicht als Notfall eingestuft und wir sollten doch die offizielle Sprechstunde ab 10 Uhr (!) abwarten. Frauchen war richtig sauer und fühlte sich völlig im Stich gelassen.
Am nächsten Tag, nach einer schlaflosen quälenden Nacht, ging es abends zur Tierärztin unseres Vertrauens. Da ging es mir nach gefühlten 24 Stunden Schlaf schon wieder etwas besser, sorry Frauchen.
Im Nachhinein war mein Quielen und ausgeprägtes Schmerzempfinden vielleicht etwas übertrieben, aber erschreckend wie man in solch einer Situation allein gelassen wird.

George Clooney

AGENT 00CHARLY

Hallo Nico, Haarfarbentechnisch bist du Frauchen näher als ich. Aber Fellpflege wird hier ganz groß geschrieben, ein leidiges Thema bei langhaarigen Rassen. Ich mag weder Flohkamm, Massagebürste und am allerwenigsten dieses Unterfellrauszupfdings. Das habe ich, vor allem Frauchen, schon oft zu verstehen gegeben. Jetzt werde ich während des Schlafens gekämmt…
Aber stolz bin ich schon auf meine ausdrucksstarke Frisur. Beim Gassigehen laufe ich aus Rangfolgegründen immer voran und dabei reden sie über mich. Warum ich meine Rute immer unten trage, sie ständig über den Boden schleift.
Erstens habe ich es nicht nötig auf mich aufmerksam zu machen. Zweitens benutze ich sie, wenn potenzielle Gefahr für meine Wurstverdiener besteht (wie der Name schon sagt, brauche ich sie noch). Drittens und eigentlich wichtigster Grund für meine schleifende Rute ist …
… irgendwie muss ich meine Spuren verwischen…

Agent00

EIN BISSCHEN MITLEID BITTE, ICH BIN EIN RÜDE

Hallo Nico, eigentlich weiß ich, dass ich viele Dinge nicht darf, aber ich wollte einfach nur mal testen wie lange es dauert, Frauchen auf die Palme zu bringen.
Nach endlosen Ausflügen unter die Couch und dem ununterbrochenen Gebrauch meiner Milchzähne, war das Maß voll. Es gab einen lauten Brüller und mir wurde mit zwei Spritzen gedroht. Wie will sie das denn machen…?
Am nächsten Tag war Impftag. Die kleine Begutachtung durch die Ärztin war kaum der Rede wert. Das Leckerli habe ich natürlich ohne Widerrede angenommen, aber das war pure Bestechung, denn es folgten zwei Spritzen, auf jeder Hüftseite eine.
„Das könnte etwas brennen und er wird etwas ruhiger“, Frauchens Grinsen verriet, dass sie sich auf einen entspannten Abend freute. Aber ich bin ein Rüde und die Schmerzen kamen, ich konnte mich nicht mal richtig hinlegen. Wenigstens Herrchen hatte eine weiche Schulter für mein Leiden, wir Männer müssen halt zusammenhalten.

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