EIN DACKEL FÜR DIE EWIGKEIT

Bei meiner heutigen Morgentoilette war auch schon der Postbote vor Ort, mein Bellen vertreibt mittlerweile niemanden mehr. Alle finden mich immer nur süß. Er brachte ein großes braunes Paket, worüber sich Frauchen so freute, dass sie mich fast vergaß. Okay, freute ich mich erst einmal mit, könnte ja für mich sein. Aber es war nicht FÜR mich, es war VON MIR.
Nun hänge ich auf einer 1,20 x 0,90 Meter großen Leinwand in unserem Flur. Man kann mich von beiden Etagen sehen, das heißt bereits nach dem Aufstehen, wenn mich Frauchen unsere Treppe hinunter trägt, muss ich an mir vorbei. Andere hängen sich Päärchenfotos auf, hier hänge ich im Maßstab von 1:3. Vielen Dank!

Leinwand

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ZUR SEITE, ICH BIN ARZT – LANDARZT

Wir waren in einem Café, genauer gesagt anderthalb Stunden von unserem eigentlichen Urlaubsort entfernt. Ihr fragt euch sicher, warum man so weit für zwei Tassen Kaffee und Kuchen fährt?! Frauchen wollte und auch sie hat sich den Dackelblick schon gut von mir abgeschaut.
Aber das war nicht irgendein Cafè, es war DAS Filmhaus vom Landarzt. Bei dem Wort Arzt, hatte ich allerdings bereits abgeschalten, Frauchen jedoch war ganz happy. Nach ungefähr 45 Minuten Aufenthalt ging es den weiten Weg zurück, aber ich musste nicht laufen und sie war ganz glücklich. Das hat Herrchen gut gemacht und es hat nicht einmal weh getan.

Landarzt

EIN KLEINER SCHRITT FÜR MICH, ABER EIN GROSSER FÜR MEINE BESTIMMER

Endlich Wochenende und Couchzeit…(ach ne, auf die darf ich nicht mehr.), dachte ich.  Die beiden werkeln in ihrer Freizeit viel an unserem Häuschen, zu viel für meinen Geschmack. Denn mit der Ruhe war es vorbei, wir bekamen Beton, in einem großen Fahrzeug, das sich dreht. Das war sehr aufregend für mich und ich als Bauherr musste natürlich dabei sein. Aber Frauchen nahm das -dabei sein- zu wörtlich. Ich musste den Beton einweihen und mich verewigen. Toll, dreckige Pfoten und ein anschließendes Fußbad, behandelt man so einen Bauherrn?

schritte

ES WAR EINMAL MEINE COUCH…

Die neue Couch war da, grau, im Landhausstil (hab ich mir sagen lassen) vom skandinavischen Möbelhaus geliefert. Ich freute mich riesig, hatte ich die alte doch sehr in Beschlag genommen. Dumm nur, dass jetzt das ein oder andere Leckerli für schlechte Zeiten auch mit weichen musste. Zugegeben die Couchnische war vielleicht doch kein gutes Versteck, und die Kaustangen nur noch reif fürs Museum.
Aber egal, da stand sie nun und ich mit einem gekonnten Sprung auf ihr. Doch mein Glück dauerte nicht mal eine Minute an und Frauchen räumte mich vom Sofa. Es wäre zu hoch und ich schon zu alt für derartige Sprünge. Somit wurde ich auf ein Hundekissen gegenüber verfrachtet, dabei weiß ich damit gar nichts anzufangen. Schöne neue Couch!

meine_couch

EIN LEBEN OHNE DACKEL?

Ich koste Geld, ich mache Dreck und ich bin sehr launisch.

Aber trotz alledem lieben mich meine Bestimmer, warum? Zu vielen Veranstaltungen darf ich nicht mit, ein Aufpasser muss her. In vielen Restaurants darf ich nicht mit, eine Unterbringung wird gebraucht. Selbst ihre Dienstpläne richten sie, wenn möglich, nach mir. Wäre das Leben nicht einfacher und ruhiger ohne mich?
Aber wo wäre der Tröster, wenn es einem schlecht geht? Der Beschützer, wenn man allein ist? Der Clown, wenn man schlechte Laune hat?

Ich weiß, dass ich nicht leicht bin, aber gerade wegen meiner Art mögen mich meine Bestimmer, DANKE!

Ohne Dackel

PROJEKT CHAMPIGNON

So viel zum Vorsatz „etwas eigenes anbauen und ernten“. Champignons sollten es werden. Frauchen hatte sich ein Aufzuchtset gekauft, mit der Begründung Champignons gäbe es immer nur in Großpackungen. Nun hatte sie das ganze angebaut und wartete bis die ersten Köpfe zu sehen waren. Nach etwa vier Wochen und vieler trockener Tage (sie sollten an einem Ort mit gleichbleibender Temperatur stehen, das war in unserem Fall ein noch zu renovierendes Zimmer. Ihr könnt euch vorstellen wie oft man da hinein geht…) fiel die Ernte etwas dürftig aus. Aber Frauchen freute sich riesig über ihre zwei Champignons.
Niemand dachte dabei an mich. Ein Wurstbaum wäre mir lieber gewesen. Aber ich sollte dankbar sein, dass es keine Möhren geworden sind.

Projekt Champignon

 

MOLGER GIBT’S NICHT MEHR

Erstveröffentlichung: 13.04.2012
Kennt ihr das, ihr plant etwas, habt es im Kopf, ihr könnt zusehen wie aus einer Idee Wirklichkeit wird und dann fehlt euch etwas ganz bestimmtes, ihr wisst wo ihr es bekommt und dann ist es WEG. Im Fall von Frauchen ist es ein Waschbeckenunterschrank eines skandinavischen Möbelhauses, und … es gibt IHN nicht mehr.

Ich glaube, für sie ist ne Welt zusammen gebrochen. Wir renovieren nun schon seit fast 1 ½ Jahren an diesem Bad (keine Angst wir haben noch ein zweites) und nun fehlt dieses wichtige Detail. Weg, aus dem Sortiment genommen, nicht mehr zu kaufen,… Ich dachte schon, ich als Hund hätte es manchmal nicht leicht.

Molger